Ratgeber · Strukturierte Daten

Strukturierte Daten und Entitäten: Schema.org für Google und AI-Suche

Wichtiger als einzelne Rich Results ist heute Entitäten-Konsistenz

Strukturierte Daten sind maschinenlesbare Angaben im JSON-LD-Format, die Google und AI-Suchsystemen sagen, wer und was hinter einer Seite steht. Google zeigt 2026 noch rund 20 Rich-Result-Typen an – FAQ-Snippets sind seit Mai 2026 abgeschaltet. Wichtiger als einzelne Snippets ist heute Entitäten-Konsistenz: Organization, Person und Breadcrumb sauber über @id verknüpft.

Was JSON-LD ist – in zwei Minuten

JSON-LD ist ein Skriptblock, der Inhalte in einer Form beschreibt, die Maschinen eindeutig verstehen. Statt dass Google aus deinem Fließtext raten muss, ob „Jaguar“ ein Tier oder ein Auto ist, sagst du es explizit: „@type“: „Product“, Hersteller, Preis, Bewertung.

Das Vokabular liefert Schema.org. JSON-LD ist das von Google empfohlene Format – Microdata und RDFa funktionieren noch, sind aber schwerer zu pflegen. Die Verbreitung spiegelt das wider: 54,8 Prozent aller Websites nutzen inzwischen JSON-LD, Microdata kommt nur noch auf 21,9 Prozent (W3Techs, Stand August 2026).

Strukturierte-Daten-Formate im Vergleich Anteil der Websites, die das jeweilige Format nutzen (Mehrfachnutzung möglich), Stand August 2026 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % JSON-LD generisches RDFa Microdata 54,8 % 37,5 % 21,9 % JSON-LD ist damit das mit Abstand am weitesten verbreitete Format für strukturierte Daten. Quelle: W3Techs, Markup-Nutzungsstatistik, abgerufen im August 2026 viktorpasztor.de · Strukturierte Daten
Verbreitung der Strukturierte-Daten-Formate: JSON-LD liegt mit 54,8 Prozent klar vor generischem RDFa (37,5 Prozent) und Microdata (21,9 Prozent).

JSON-LD steht als ein Block an einer Stelle und lässt sich zentral ausspielen. Deine Besucher sehen davon nichts – Crawler alles.

Die eiserne Regel: Markup = sichtbarer Inhalt

Alles, was du auszeichnest, muss auf der Seite sichtbar stehen. Ein Preis im Markup, der nicht auf der Seite steht; eine Bewertung ohne sichtbare Rezensionen; Fragen im FAQPage-Markup, die nirgends im Text auftauchen – all das verstößt gegen Googles Richtlinien für strukturierte Daten.

Die Konsequenz ist real: Google verhängt manuelle Maßnahmen für Spam mit strukturierten Daten. Dann verliert die komplette Domain ihre Rich Results. Faustregel: Schreib erst den sichtbaren Inhalt, generiere das Markup daraus – nie umgekehrt.

Welche Rich Results Google 2026 noch unterstützt

Google unterstützt 2026 noch rund 20 Rich-Result-Typen, dokumentiert in der Search Gallery. Die wichtigsten im Überblick:

TypZeigtStatus 2026
ProductPreis, Verfügbarkeit, Bewertungenaktiv – wichtigste Auszeichnung für Shops
ArticleEinordnung für News und Discoveraktiv
LocalBusinessÖffnungszeiten, Standortaktiv
RecipeRezept-Rich-Resultaktiv, je nach Nische
EventVeranstaltungsdatenaktiv, je nach Nische
JobPostingStellenanzeigeaktiv, je nach Nische
Review-SnippetsBewertungssterneaktiv, je nach Nische
BreadcrumbListPfad-Darstellung im Snippetaktiv
FAQPageFrage-Antwort-Snippetabgeschaltet seit Mai 2026
HowToSchritt-Anleitunggestrichen
Sitelinks-SearchboxSuchfeld im Snippetgestrichen

Gestrichen wurden über die Jahre unter anderem HowTo und die Sitelinks-Searchbox. Der jüngste Einschnitt: Im Mai 2026 hat Google die FAQ-Rich-Results endgültig abgeschaltet – nachdem sie seit 2023 ohnehin nur noch für einzelne Behörden- und Gesundheitsseiten ausgespielt wurden.

Warum FAQPage-Markup trotzdem bleibt

Rich Results waren nie der einzige Abnehmer strukturierter Daten. FAQPage-Markup liefert Frage-Antwort-Paare maschinenlesbar – genau das Format, das AI-Suchsysteme beim Zusammenstellen von Antworten verarbeiten. Eine sauber ausgezeichnete Antwort in 40 bis 60 Wörtern ist eine fertige Zitier-Einheit für AI Overviews und AI Mode.

Dazu der Entitäten-Effekt: Jedes valide Markup füttert das Verständnis der Suchmaschine davon, wer du bist. Meine Empfehlung: FAQPage-Markup behalten – aber nur für sichtbar beantwortete Fragen.

Entitäten verknüpfen: Organization, Person, Breadcrumb über @id

Hier trennt sich solides Markup von Copy-Paste-Markup. Jede Entität bekommt eine feste @id: https://viktorpasztor.de/#organization für das Unternehmen, #person für die Person, pro Seite eine #breadcrumb– und #article-ID.

Der Effekt: Statt dass jede Seite eine neue, unverbundene Entität erzeugt, referenzieren alle Artikel dieselbe Person. Eine Entität, hundert Belege – statt hundert Entitäten mit je einem Beleg.

Eine @id, viele Belege Mehrere Artikel verweisen auf dieselbe Person-Entität, statt jeweils eine neue zu erzeugen Person @id: viktorpasztor.de/#person Viktor Pásztor Artikel: SEO-Tools author.@id → #person Artikel: Strukturierte Daten author.@id → #person Artikel: Technisches SEO author.@id → #person Weitere Artikel … author.@id → #person Schema: @id-Verknüpfung von Person- und Article-Entitäten
Alle Artikel referenzieren dieselbe Person-Entität über @id – so entsteht eine Entität mit vielen Belegen statt vieler unverbundener Duplikate.

Validieren: zwei Tools, zwei Fragen

Zwei Werkzeuge, zwei unterschiedliche Fragen:

  1. Rich Results Test (Google): Ist das Markup für ein Google-Rich-Result geeignet? Prüft nur unterstützte Typen.
  2. Schema Markup Validator (Schema.org): Ist das Markup syntaktisch valide – unabhängig davon, was Google daraus macht?

Beide nutzen: Ein FAQPage-Block ist im Rich Results Test seit Mai 2026 unsichtbar, im Schema Markup Validator weiterhin prüfbar. Danach die Search Console im Auge behalten.

Entitäten-Konsistenz: die Vorbereitung auf AI-Suche

AI-Suchsysteme ordnen Aussagen Entitäten zu. Konsistenz heißt: Name, Adresse, Leistungsbeschreibung und Profile stimmen überall überein – im Schema-Markup, im Impressum, im Google-Unternehmensprofil, auf LinkedIn. sameAs-Verweise verbinden die Profile explizit. Drei Schreibweisen des Firmennamens sind für eine Maschine drei Kandidaten statt einer Entität.

@id-Verknüpfung in der Umsetzung

So sieht die Verknüpfung in der Praxis aus:

„Bei einem B2B-Softwareanbieter haben wir auf rund 300 Seiten die verstreuten Organization-Blöcke auf eine zentrale @id konsolidiert und die Autoren als Person-Entitäten verknüpft. Vier Monate später wurde der Anbieter in AI Overviews erstmals namentlich als Quelle genannt – vorher tauchte er dort gar nicht auf.“

— Viktor Pásztor, SEO-Freelancer

Entscheidend war nicht ein einzelner Schema-Typ, sondern dass am Ende jede Seite auf dieselbe Person- und Organization-@id zeigte – statt Dutzende unverbundener Kopien zu erzeugen.

Häufige Fehler beim Einsatz strukturierter Daten

Markup ohne sichtbares Gegenstück

Der schnellste Weg zur manuellen Maßnahme: Preis, Bewertung oder Frage stehen im Markup, aber nicht sichtbar auf der Seite.

Keine @id-Verknüpfung

Jede Seite erzeugt ohne feste @id eine isolierte Duplikat-Entität, statt auf dieselbe Person oder Organization zu verweisen.

FAQ-Markup nach Mai 2026 gelöscht

Der Snippet-Nutzen ist weg, der Entitäten-Nutzen für AI-Suchsysteme nicht. Löschen war hier voreilig.

Einmal eingebaut, nie gepflegt

Preise und Autoren im Markup veralten, wenn niemand sie mit dem sichtbaren Inhalt synchron hält.

Häufige Fragen zu strukturierten Daten

Bringt Schema-Markup bessere Rankings?

Nicht direkt – strukturierte Daten sind kein Rankingfaktor. Product-Snippets mit Preis und Bewertung erhöhen die Klickrate aber häufig messbar, oft im Bereich von 5–15 %.

Soll ich FAQPage-Markup 2026 noch einbauen?

Ja, wenn die Fragen sichtbar auf der Seite beantwortet werden. Die Rich Results sind seit Mai 2026 weg, der Wert für Entitäten-Zuordnung und AI-Suche bleibt.

Wie viele Schema-Typen braucht eine normale Website?

Meist reichen 4: Organization oder Person, Article, BreadcrumbList und je nach Geschäft Product oder LocalBusiness.

Wie schnell wirken Änderungen am Markup?

Nach dem nächsten Crawl der Seite – bei aktiven Websites oft innerhalb von 3 bis 14 Tagen.

Viktor Pásztor

Viktor Pásztor ist SEO-Freelancer in Berlin, seit über 15 Jahren im digitalen Marketing und betreut rund 15 Kundenprojekte parallel, vorwiegend E-Commerce und B2B. Er arbeitet seit über fünf Jahren zu 100 % remote – mit WordPress, Shopify, Shopware und TYPO3. Mehr über Viktor Pásztor

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