Ratgeber · Bilder-SEO

Bilder-SEO: So optimierst du Bilder für Google und Nutzer

Fünf Punkte entscheiden über gute Bilder-SEO

Bilder-SEO heißt: sprechende Dateinamen, aussagekräftige Alt-Texte, WebP oder AVIF statt JPEG, korrekte Maße mit srcset und Lazy Loading für alles außer dem LCP-Bild. AVIF spart gegenüber JPEG oft 40 bis 50 % Dateigröße. Seit dem EU AI Act musst du KI-generierte Bilder zusätzlich kennzeichnen. Pro Seite dauert die Umsetzung selten länger als 30 Minuten.

Dateinamen: der erste Rankingfaktor, den alle ignorieren

Google liest den Dateinamen, bevor irgendein Algorithmus das Bild selbst analysiert. IMG_20260806_1432.jpg sagt nichts. rennrad-carbon-rahmen-schwarz.jpg sagt alles.

  • Kleinbuchstaben, Bindestriche, keine Umlaute. Aus „Küchenmaschine“ wird kuechenmaschine.
  • 3 bis 5 Wörter, die beschreiben, was zu sehen ist – nicht, was du ranken willst.
  • Vor dem Upload benennen. Nachträgliches Umbenennen im CMS erzeugt oft neue URLs.

Bei Shops mit tausenden Produktbildern lohnt ein Benennungsschema wie produktname-variante-ansicht.avif aus der Warenwirtschaft. Eine Stunde Konfiguration statt hunderter Handgriffe.

Alt-Texte: erst Barrierefreiheit, dann SEO

Der Alt-Text existiert für Menschen, die das Bild nicht sehen – Screenreader-Nutzer, aber auch jeden mit abgebrochener Verbindung. SEO ist der Nebeneffekt. Wer die Reihenfolge umdreht, schreibt Alt-Texte wie „bilder seo optimierung agentur berlin“ – nutzlos für Blinde, riskant für Rankings. In der eigenen Dokumentation zur Bildersuche nennt Google dieselbe Reihenfolge: erst eine ehrliche Beschreibung, dann die Sichtbarkeit.

  • Beschreibe, was zu sehen ist, in einem Satz: „Mechanikerin zentriert ein Laufrad im Montageständer.“
  • 80 bis 125 Zeichen sind ein guter Korridor.
  • Dekorative Bilder bekommen ein leeres Alt-Attribut (alt=““), damit Screenreader sie überspringen.
  • Kein „Bild von…“ – dass es ein Bild ist, weiß die Software schon.

So greifen Dateiname, Alt-Text und feste Maße im Markup ineinander – als reines Beispiel, ohne dass hier ein echtes Bild geladen wird:

<img src="rennrad-carbon-rahmen-schwarz.avif"
     alt="Schwarzer Carbon-Rennradrahmen von der Seite fotografiert"
     width="800" height="600" loading="lazy">

WebP und AVIF: die Formatfrage ist entschieden

JPEG und PNG sind für den Web-Einsatz Altlast. WebP spart gegenüber JPEG laut Googles eigener WebP-Studie rund 25 bis 35 % Dateigröße. AVIF geht laut web.dev weiter: 40 bis 50 % Ersparnis bei gleicher wahrgenommener Qualität, seit 2024 in allen großen Browsern verfügbar.

Empfehlung für 2026: AVIF als Standard, WebP als Fallback über das picture-Element. PNG nur für verlustfreie Grafiken, SVG für Logos und Icons. Die Konvertierung erledigen die meisten CMS serverseitig. Wichtig: Qualitätsstufe testen – AVIF bei Qualität 50 bis 60 sieht meist besser aus als JPEG bei 80 und wiegt die Hälfte.

Dateigröße im Vergleich: JPEG, WebP, AVIF Richtwerte aus Google-WebP-Studie und web.dev – kein Messwert eines bestimmten Bildes JPEG Basisgröße 100 % WebP rund −30 % ggü. JPEG ≈ 70 % AVIF rund −45 % ggü. JPEG · empfohlen ≈ 55 % viktorpasztor.de · Bilder-SEO
Schematischer Vergleich, keine Messung eines bestimmten Bildes: Die Balken bilden die oben zitierten Studien-Richtwerte ab (Google-WebP-Studie: ca. 25–35 % Ersparnis, web.dev zu AVIF: ca. 40–50 % Ersparnis gegenüber JPEG).

Maße und srcset: liefere nie mehr Pixel als nötig

Ein 2400 Pixel breites Bild in einem 400-Pixel-Container ist der häufigste Performance-Fehler in meinen Audits. Wie viel dabei auf dem Spiel steht, zeigt der Web Almanac 2024 von HTTP Archive: Bilder sind mit 1.054 KB der größte Einzelposten am Median-Seitengewicht einer Desktop-Startseite – vor JavaScript, Fonts, CSS und HTML. In Fällen wie dem oben beschriebenen lädt der Browser ein Vielfaches der Daten, die für den sichtbaren Container nötig wären.

Die Lösung ist srcset mit sizes: dasselbe Bild in mehreren Breiten (z. B. 400, 800, 1200, 1600 Pixel), der Browser wählt passend. Moderne CMS generieren die Varianten automatisch – prüfe nur, ob die sizes-Angabe zum Layout passt. Dazu gehören feste width- und height-Attribute im HTML: Sie verhindern Layout-Sprünge und halten deinen CLS-Wert stabil.

Lazy Loading – aber nicht für das LCP-Bild

loading=“lazy“ lädt Bilder erst, wenn sie in den sichtbaren Bereich scrollen. Für alles unterhalb des ersten Viewports Pflicht. Die Ausnahme: das größte Bild im ersten Viewport – dein LCP-Element. Das braucht das Gegenteil: loading=“eager“ plus fetchpriority=“high“. Ein lazy geladenes Hero-Bild verzögert den LCP regelmäßig um 500 bis 1.000 Millisekunden.

Ladeverhalten von Bildern auf einer Seite Praxisregel: erstes Bild eager, alle weiteren lazy Erstes Bild im Viewport (LCP) loading=“eager“ fetchpriority=“high“ lädt sofort, ohne Verzögerung Alle weiteren Bilder loading=“lazy“ laden erst beim Scrollen in den Viewport viktorpasztor.de · Bilder-SEO
Praxisregel für Bilder-SEO: Nur das erste, sichtbare Bild lädt eager mit hoher Priorität – alle weiteren Bilder laden lazy.

Praxisregel: Erstes Bild eager, alle weiteren lazy. Viele Themes setzen pauschal alles auf lazy – der zweithäufigste Fehler in meinen Audits. Auch das lässt sich als reines Beispiel-Markup zeigen, ohne dass hier ein echtes Bild geladen wird:

<img src="hero-rennrad-shop.avif"
     alt="Rennrad-Werkstatt mit Blick auf die Fahrradwand"
     width="1600" height="900" loading="eager" fetchpriority="high">

KI-Bilder: Kennzeichnungspflicht nach EU AI Act

Seit August 2026 gilt Artikel 50 der EU-KI-Verordnung vollständig: KI-generierte oder KI-manipulierte Bilder müssen als solche erkennbar sein. Konkret: KI-Bilder brauchen eine maschinenlesbare Kennzeichnung (viele Generatoren betten C2PA-Metadaten ein – beim Komprimieren nicht entfernen). Bei realistisch wirkenden Personen, Orten oder Ereignissen muss die Kennzeichnung zusätzlich sichtbar sein, etwa in der Bildunterschrift.

Auch bei Stockbildern gilt: Lizenz und Personenrechte prüfen. „Lizenzfrei“ heißt nicht rechtefrei – redaktionelle Lizenzen erlauben oft keine kommerzielle Nutzung, abgebildete Personen brauchen ein Model-Release. Dokumentiere pro Bild Quelle, Lizenztyp und Nutzungsumfang – eine Tabelle reicht.

Bildsitemaps: nur in Sonderfällen nötig

Fast nie nötig. Sind Bilder regulär im HTML eingebunden, findet Google sie über den normalen Crawl. Sinnvoll nur, wenn Bilder per JavaScript nachgeladen werden – oder wenn Bildersuche-Traffic ein echtes Geschäftsziel ist, etwa bei Rezept- oder Produktdatenbanken.

Ein Bilder-Projekt in Zahlen

Zahlen wiegen mehr als Behauptungen. Ein Beispiel aus einem laufenden Kundenprojekt zeigt, was die einzelnen Hebel – Format, srcset, Lazy-Loading-Regel – in der Praxis zusammen bringen.

„Bei einem Fahrradteile-Shop haben wir rund 12.000 Produktbilder auf AVIF umgestellt, srcset repariert und das Hero-Bild auf eager gesetzt. Der LCP fiel im CrUX-Report von 3,4 auf 1,9 Sekunden, die Bilder-Impressionen in der Search Console stiegen innerhalb von drei Monaten um etwa 30 Prozent.“

— Viktor Pásztor, SEO-Freelancer

Keiner der Hebel wirkt für sich allein spektakulär. Zusammengenommen – Format, richtige Größe, korrekte Ladepriorität – ergeben sie den Unterschied, der in den Core Web Vitals sichtbar wird.

Häufige Fehler bei Bilder-SEO

Alle Bilder lazy geladen

Auch das LCP-Bild wird lazy geladen. Das kostet 0,5 bis 1 Sekunde beim größten Element im ersten Viewport – genau dort, wo es am meisten zählt.

Keyword-Stuffing im Alt-Text

Statt einer ehrlichen Beschreibung steht dort eine Keyword-Kette wie „bilder seo optimierung agentur berlin“ – nutzlos für Screenreader-Nutzer und riskant für Rankings.

Originalgröße ohne srcset, fehlende Maße

4000-Pixel-Fotos landen ungekürzt in 400-Pixel-Containern, und ohne width- und height-Attribute springt das Layout beim Laden – schlecht für den CLS-Wert.

KI-Bilder und Stockfotos ohne Nachweis

KI-generierte Bilder ohne Kennzeichnung sind seit 2026 ein Rechtsrisiko, und bei Stockbildern fehlt oft die dokumentierte Lizenz samt Personenrechten.

Häufige Fragen zu Bilder-SEO

Wie lang sollte ein Alt-Text sein?

80 bis 125 Zeichen sind ein guter Korridor. Ein beschreibender Satz reicht; Screenreader lesen den kompletten Text vor.

Bringt Bilder-SEO messbar Traffic?

Ja, abhängig von der Branche. Bei visuell getriebenen Themen kommen oft 5 bis 15 % der Impressionen über die Bildersuche.

WebP oder AVIF – was nehme ich 2026?

AVIF als Standard, WebP als Fallback. AVIF spart gegenüber JPEG 40 bis 50 % Dateigröße.

Muss ich jedes KI-Bild kennzeichnen?

Ja, maschinenlesbar immer (Art. 50 EU AI Act). Sichtbar zusätzlich, wenn das Bild reale Personen, Orte oder Ereignisse täuschend echt darstellt.

Viktor Pásztor

Viktor Pásztor ist SEO-Freelancer in Berlin, seit über 15 Jahren im digitalen Marketing und betreut rund 15 Kundenprojekte parallel, vorwiegend E-Commerce und B2B. Er arbeitet seit über fünf Jahren zu 100 % remote – mit WordPress, Shopify, Shopware und TYPO3. Mehr über Viktor Pásztor

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