Ratgeber · SEO-Tools
SEO-Tools: Welche ich täglich nutze – und wofür
Sieben Tools reichen für die tägliche SEO-Arbeit
Für die tägliche SEO-Arbeit reichen sieben Tools: Google Search Console, Ahrefs oder Semrush für Keyword-Daten, Screaming Frog für Crawls, Surfer SEO für Texte, PageSpeed Insights und GTmetrix für Ladezeiten. Die wichtigste Datenquelle ist dabei kostenlos – nur die Search Console zeigt, wonach Besucher deiner Website tatsächlich gesucht haben.
Was SEO-Tools leisten – und was nicht
SEO-Tools sind Datensammler. Sie crawlen Websites, schätzen Suchvolumen, messen Ladezeiten und protokollieren Rankings. Was sie nicht tun: entscheiden. Ob eine Seite ausgebaut, zusammengelegt oder gelöscht wird, steht in keinem Dashboard. Tools liefern Daten – die Entscheidung ist die Arbeit.
Die meisten Artikel zu diesem Thema listen 20 oder 30 Werkzeuge auf, gern mit Provisionslink. Ich beschreibe hier die sieben, die ich tatsächlich öffne, und die Frage, die jedes davon beantwortet. Mehr braucht die Arbeit an den meisten Websites nicht.
Google Search Console: die einzigen echten Daten
Alle bezahlten Tools schätzen. Die Google Search Console misst. Sie ist kostenlos und zeigt als einziges Werkzeug, mit welchen Suchanfragen Nutzer deine Website in der Google-Suche gefunden haben – samt Impressionen, Klicks und Position. Ahrefs und Semrush rechnen solche Werte aus ihren eigenen Datenbanken hoch; für die eigene Website bleibt jede Hochrechnung ungenauer als die Originaldaten.
„Ich betreue rund 15 Kundenprojekte parallel, und in jedem davon ist die Search Console das erste Fenster, das ich öffne. Sie beantwortet die eine Frage, die alle bezahlten Tools nur schätzen können: Wonach haben die Leute wirklich gesucht?“
— Viktor Pásztor, SEO-Freelancer
Was ihr fehlt, ist der Blick nach draußen. Wettbewerbsdaten liefert sie nicht, Suchvolumen für neue Themen auch nicht. Dafür gibt es die nächsten beiden.
Ahrefs und Semrush: Keyword- und Wettbewerbsdaten
Beide beantworten dieselben Fragen: Wonach wird gesucht, wie oft, und wer rankt dafür? Ich nutze sie für die Keyword-Recherche, für Wettbewerbsanalysen und für Backlink-Prüfungen. Für ein einzelnes Projekt reicht eine der beiden Suiten – ich arbeite mit beiden, weil unterschiedliche Kundenprojekte unterschiedliche Setups mitbringen.
Ahrefs kostet laut Preisseite des Herstellers im Lite-Tarif 129 US-Dollar pro Monat, der abgespeckte Starter-Tarif 29 US-Dollar (Stand August 2026). Semrush verlangt laut eigener Preisseite für den SEO-Tarif 139 US-Dollar monatlich, bei jährlicher Zahlung 117,33 US-Dollar pro Monat (Stand August 2026).
Wichtiger als die Wahl zwischen den beiden ist, was du aus den Daten machst. Ein Keyword mit hohem Suchvolumen ist keine Strategie. Es ist ein Kandidat.
Screaming Frog: der Crawler
Screaming Frog tut, was der Googlebot tut: Er ruft jede Seite deiner Website auf und protokolliert, was er findet – Statuscodes, Weiterleitungsketten, doppelte Title-Tags, fehlende Alt-Texte, Indexierungsprobleme. Für technisches SEO ist er mein wichtigstes Werkzeug. Bis 500 URLs ist die Software laut Hersteller kostenlos, die Jahreslizenz kostet 279 US-Dollar (Stand August 2026).
Bei Shop-Migrationen – zuletzt von plentymarkets zu Shopify – crawle ich vor und nach dem Umzug und vergleiche beide Stände. So fällt jede verlorene URL auf, bevor Google sie vermisst.
Surfer SEO: Content-Optimierung
Surfer vergleicht einen Text mit den Seiten, die für das Ziel-Keyword bereits ranken: verwendete Begriffe, Struktur, Länge. Das beschleunigt die Onpage-Optimierung spürbar, ersetzt aber kein Urteil. Der Standard-Tarif kostet laut Anbieter 99 US-Dollar pro Monat bei jährlicher Zahlung, der Einstiegstarif Discovery 49 US-Dollar (Stand August 2026).
Meine Regel: Surfer liefert die Checkliste, geschrieben wird für Menschen. Ein hoher Content-Score bei einem Text, den niemand zu Ende liest, ist ein verlorener Arbeitstag.
PageSpeed Insights und GTmetrix: Ladezeit
PageSpeed Insights ist Googles kostenloses Messwerkzeug für Ladezeit und Core Web Vitals – mit echten Felddaten von Chrome-Nutzern, wo genug Traffic vorhanden ist. GTmetrix ergänzt Wasserfall-Diagramme und dauerhaftes Monitoring; die Basisversion ist kostenlos, bezahlte Tarife beginnen laut Hersteller bei 5,99 US-Dollar pro Monat bei jährlicher Zahlung (Stand August 2026).
Beide sagen dir, woran eine langsame Seite krankt. Ob sich die Behebung lohnt, sagen sie nicht: Ein Bild zu komprimieren ist in Minuten erledigt, ein Theme-Wechsel ist ein Projekt.
Alle Tools im Überblick
| Tool | Beantwortet die Frage | Kosten |
|---|---|---|
| Google Search Console | Wonach haben Nutzer wirklich gesucht? | kostenlos |
| Ahrefs | Wonach wird gesucht, wer rankt dafür? | ab 29 US-Dollar/Monat, Lite 129 US-Dollar/Monat |
| Semrush | Wonach wird gesucht, wer rankt dafür? | ab 117,33 US-Dollar/Monat bei jährlicher Zahlung |
| Screaming Frog | Was findet ein Crawler auf meiner Website? | kostenlos bis 500 URLs, Lizenz 279 US-Dollar/Jahr |
| Surfer SEO | Was fehlt meinem Text im Vergleich zur Konkurrenz? | ab 49 US-Dollar/Monat bei jährlicher Zahlung |
| PageSpeed Insights | Wie schnell lädt meine Seite für echte Nutzer? | kostenlos |
| GTmetrix | Warum lädt meine Seite langsam? | Basisversion kostenlos, Pro ab 5,99 US-Dollar/Monat |
Alle Preisangaben stammen von den oben verlinkten Herstellerseiten, abgerufen am 1. August 2026. Im günstigsten Einstieg reicht die Spanne von 0 bis 117,33 US-Dollar pro Monat.
Ein Audit mit genau diesen Tools
So läuft ein typischer Audit-Tag bei mir ab. Zuerst die Search Console: Welche Seiten verlieren Klicks, welche gewinnen, wo klafft die Lücke zwischen Impressionen und Klicks? Danach crawlt Screaming Frog die komplette Website und deckt die technische Seite auf. Ahrefs oder Semrush liefern parallel den Vergleich mit den Wettbewerbern. Zum Schluss prüft PageSpeed Insights die wichtigsten Seitentypen – Startseite, Kategorie, Produkt.
Am Abend liegen vier Datenquellen nebeneinander. Jetzt beginnt der eigentliche Teil: entscheiden, was in welcher Reihenfolge behoben wird. Für die Routineauswertungen habe ich mir mit MCP SEO ein eigenes System gebaut, das die Datensammlung automatisiert – ohne Kundenfreigabe wird trotzdem nichts umgesetzt, und die Entscheidung nimmt mir das System nicht ab.
Häufige Fehler beim Einsatz von SEO-Tools
Abonnieren statt benutzen
Drei Suiten im Abo, keine davon täglich geöffnet. Erst wenn ein Werkzeug eine wiederkehrende Frage beantwortet, verdient es sein Abo.
Schätzwerte für Messwerte halten
Der „Traffic“, den Suiten für fremde Domains anzeigen, ist eine Hochrechnung. Für die eigene Website zählt die Search Console, nicht die Schätzung.
Den Content-Score zum Ziel machen
Der Score misst Ähnlichkeit mit dem, was schon rankt – nicht Qualität. Wer nur auf die Zahl optimiert, schreibt den Durchschnitt der Suchergebnisse ab.
Crawlen ohne Konsequenz
Ein Crawl-Export, den niemand priorisiert und abarbeitet, ist kein Audit. Er ist eine sehr lange Tabelle.
Häufige Fragen zu SEO-Tools
Reicht ein einziges SEO-Tool für alles?
Nein. Auch die großen Suiten ersetzen weder einen Desktop-Crawler in der Tiefe von Screaming Frog noch die echten Suchdaten der Search Console. Realistisch ist ein Dreier-Set: Search Console, eine Keyword-Suite, ein Crawler.
Ahrefs oder Semrush – welches soll ich nehmen?
Für die Kernaufgaben nehmen sich beide wenig. Teste beide an deinen eigenen Keywords und behalte das Werkzeug, dessen Oberfläche dir liegt – der Unterschied im Alltag ist kleiner, als Vergleichsartikel behaupten.
Komme ich komplett mit kostenlosen Tools aus?
Weiter, als viele denken: Search Console, PageSpeed Insights und die kostenlose Screaming-Frog-Version bis 500 URLs decken die eigene Website ab. Was fehlt, sind Keyword- und Wettbewerbsdaten – genau dafür bezahlt man die Suiten.
Brauche ich eigene Tool-Lizenzen, wenn ich einen SEO-Freelancer beauftrage?
Nein. Die Lizenzen bringe ich mit, sie sind Teil der Leistung. Was ich von dir brauche, ist Zugriff auf deine Search Console. Was die Zusammenarbeit selbst kostet, steht auf der Seite SEO-Kosten.
Viktor Pásztor
Viktor Pásztor ist SEO-Freelancer in Berlin, seit über 15 Jahren im digitalen Marketing und betreut rund 15 Kundenprojekte parallel, vorwiegend E-Commerce und B2B. Er arbeitet seit über fünf Jahren zu 100 % remote – mit WordPress, Shopify, Shopware und TYPO3. Mehr über Viktor Pásztor
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