Ein SEO Audit ist die systematische Bestandsaufnahme deiner Website: Wo verlierst du Rankings, Crawl-Budget und Conversions – und welche Baustelle bringt am meisten, wenn du sie zuerst angehst? Die gute Nachricht: Mit Google Search Console und Screaming Frog (kostenlos bis 500 URLs) deckst du rund 80 % eines technischen Audits ab, ohne einen Cent auszugeben.
Diese Anleitung führt dich in acht Schritten durch ein vollständiges Audit – so, wie ich es auch für Kundenprojekte durchführe.
Was ist ein SEO Audit?
Ein SEO Audit analysiert deine Website auf technische, inhaltliche und strukturelle Faktoren, die deine Sichtbarkeit bei Google beeinflussen – von Ladezeiten über Meta-Tags bis zum Backlink-Profil. Das Ergebnis ist keine To-do-Liste mit 200 Punkten, sondern eine priorisierte Roadmap: Was kostet dich aktuell am meisten Sichtbarkeit, was ist schnell behoben, was kann warten?
Die Werkzeuge
- Google Search Console (kostenlos): Indexierung, Suchanfragen, Core Web Vitals, Crawling-Fehler
- Screaming Frog SEO Spider (kostenlos bis 500 URLs): Website-Crawl wie Google ihn sieht
- PageSpeed Insights (kostenlos): Ladezeit und Core Web Vitals pro Seite
- Optional: Semrush, Ahrefs oder Sistrix für Wettbewerbs- und Backlink-Analysen
Schritt 1: Indexierung prüfen
Bevor du irgendetwas optimierst: Ist deine Website überhaupt vollständig im Index? In der Search Console unter Indexierung → Seiten siehst du, welche URLs Google kennt, indexiert oder ausgeschlossen hat. Warnsignale:
- Wichtige Seiten unter „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“ (oft ein Qualitätssignal-Problem)
- Deutlich mehr indexierte Seiten als du Inhalte hast (Duplicate Content, Parameter-URLs, Archive)
- Noindex-Tags auf Seiten, die ranken sollen – der Klassiker nach Relaunches
Schritt 2: Website crawlen
Lass Screaming Frog über deine Domain laufen. Achte auf: Broken Links (404), Weiterleitungsketten, fehlende oder doppelte Title Tags und Meta Descriptions, fehlende H1s, zu lange Titles und Seiten mit dünnem Inhalt (unter ~300 Wörter). Exportiere die Fehlerlisten – sie sind dein Arbeitsvorrat.
Schritt 3: Core Web Vitals und Performance
Prüfe im Core-Web-Vitals-Bericht der Search Console (Felddaten, wichtiger als Labordaten!), welche Seitengruppen bei LCP, INP oder CLS durchfallen. Die häufigsten Ursachen: unoptimierte Bilder, langsames Hosting, render-blockierende Skripte, fehlendes Caching.
Schritt 4: Mobile Experience
Google crawlt mobile-first. Prüfe stichprobenartig auf dem Smartphone: Ist alles lesbar ohne Zoomen? Sind Buttons tippbar? Verdecken Pop-ups den Inhalt? Gerade Cookie-Banner und Newsletter-Overlays ruinieren auf Mobilgeräten oft die Nutzererfahrung.
Schritt 5: Architektur und interne Verlinkung
- Erreicht man jede wichtige Seite in maximal 3 Klicks von der Startseite?
- Gibt es verwaiste Seiten (orphan pages) ohne einen einzigen internen Link?
- Verteilen deine stärksten Seiten Linkkraft an die Seiten, die ranken sollen?
- Sind Ankertexte beschreibend statt „hier klicken“?
Schritt 6: Duplicate Content und Index-Hygiene
Prüfe Canonical-Tags, Parameter-URLs, Paginierung sowie Tag- und Datumsarchive. Jede indexierte Seite ohne eigenständigen Mehrwert verwässert dein Qualitätsprofil – konsolidieren (301, Canonical) oder auf noindex setzen.
Schritt 7: Content-Audit
Jetzt zum Inhalt – hier liegt meist das größte Potenzial:
- Suchintention: Trifft jede wichtige Seite die Intention ihres Fokus-Keywords? Vergleiche mit den Top-3-Ergebnissen
- Kannibalisierung: Konkurrieren mehrere eigene Seiten um dasselbe Keyword? (In der Search Console: eine Query, mehrere URLs mit Impressionen)
- Veraltete Inhalte: Artikel mit Jahreszahlen von vorgestern aktualisieren oder zusammenführen
- Low-Performer: Seiten ohne Impressionen seit 12 Monaten – überarbeiten, zusammenlegen oder löschen
- E-E-A-T: Sind Autor, Qualifikation und Quellen erkennbar? Das wird auch für KI-Zitierfähigkeit immer wichtiger
Schritt 8: Backlink-Profil analysieren
In der Search Console unter Links (oder detaillierter mit Ahrefs/Semrush): Wie viele verweisende Domains hast du im Vergleich zum Wettbewerb? Wirken die Links natürlich (Mix aus Marken-, URL- und Keyword-Ankern)? Toxische Links sind seltener ein Problem als gedacht – fehlende Autorität ist das häufigere.
Priorisierung: Was zuerst?
Sortiere alle Findings nach Wirkung × Aufwand:
- Sofort (Woche 1): Indexierungsblocker, Broken Links auf wichtigen Seiten, fehlende Titles
- Kurzfristig (Monat 1): Title/Meta-Optimierung der Top-Seiten, Kannibalisierung auflösen, schnellste Performance-Fixes
- Mittelfristig (Quartal): Content-Überarbeitung, interne Verlinkungsstrategie, Core Web Vitals
- Laufend: Backlink-Aufbau, Content-Updates, monatliches Mini-Audit
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich ein SEO Audit machen?
Ein vollständiges Audit alle sechs Monate, ergänzt um ein monatliches Mini-Audit (Search Console: Indexierung, Fehler, auffällige Ranking-Verluste). Nach Relaunches oder Google Core Updates zusätzlich.
Was kostet ein professionelles SEO Audit?
Für kleine bis mittlere Websites liegen professionelle Audits typischerweise bei 800–3.000 €, bei Enterprise-Sites darüber. Einen Überblick über SEO-Preise findest du unter Was kostet SEO?
Kann ich ein SEO Audit komplett selbst machen?
Die technische Basis: ja, mit dieser Anleitung und kostenlosen Tools. Wo Erfahrung den Unterschied macht, ist die Interpretation – zu erkennen, welches der 50 Findings die 5 sind, die wirklich Rankings kosten.
Fazit
Ein gutes SEO Audit beantwortet eine einzige Frage: Was hindert deine Website gerade am stärksten daran, besser zu ranken? Mit Search Console und Screaming Frog kommst du weit – entscheidend ist, die Findings zu priorisieren statt sie nur zu sammeln.
Du willst ein Audit mit klarer Roadmap statt einer 200-Punkte-Liste? Ich analysiere deine Website und zeige dir die Maßnahmen mit dem größten Hebel. Melde dich gern.

